Handschrift bedeutender Gartenarchitekten Europas

Die im Stil eines englischen Landschaftsgartens um 1850 angelegten historischen Parkanlagen sind mit sechs unterschiedlichen Parkbereichen ein wichtiger Bestandteil der Königlichen Anlagen Bad Elsters und zählen zu den schönsten Parklandschaften in Deutschland. Gemeinsam mit der eindrucksvollen Bäderarchitektur der Gründerzeit und des Jugendstils existiert hier ein harmonisches Ensemble, das einst von den bedeutendsten Gartenarchitekten Europas angelegt wurde. Tausende Besucher reisen dabei jedes Jahr vor allem zur berühmten Rhododendronblüte nach Bad Elster.
Mit Ernennung des Elsterbades zum Königlich Sächsischen Staatsbad im Jahre 1848, nahmen die Parkanlagen durch erste Gestaltungen von Eduard Petzold – einem Schüler Fürst Pücklers – erste Formen an. Auf mehr als 50 Hektar Fläche legten später der Dresdner Gartenbaudirektor Max Bertram, der Königlich-Sächsische Gartenbauinspektor Paul Schindel sowie Gustav Allinger und Herrmann Schüttauf architektonisch-reizvolle Parkanlagen und vielfältige Themengärten an, die bis heute das Zentrum aus Königlichem Kurhaus, historischem Albert Bad und prachtvollem König Albert Theater repräsentativ umrahmen.


Nach 1945 wurde die Attraktivität des Parks mit weiteren wunderschönen Rhododendronbepflanzungen und der Anlage eines Gehölzgartens komplettiert. Seit 1980 steht der gesamte historische Kurpark unter Denkmalschutz. Zwischen 1996 und 2000 wurde ein Großteil der Parkanlagen unter strenger Orientierung an historischen Plänen und Vorgaben umfassend saniert, sodass die historische Gartenarchitektur heute weitgehend wieder erlebbar ist.
Elke Sternitzky ist verantwortliche Gartenbaumeisterin der Sächsischen Staatsbäder und gestaltet gemeinsam mit ihrem Team das unverwechselbare Erscheinungsbild der Königlichen Anlagen. Rund 35 Hektar werden von ihr und 14 Gärtnerinnen und Gärtnern gepflegt und jedes Jahr neu inszeniert. Etwa 40.000 Saisonpflanzen, von Stiefmütterchen über Tulpen und Hyazinthen bis hin zu sommerlichen Begonien, werden dafür zweimal jährlich gesetzt. Grundlage ihrer Arbeit sind dabei nicht nur Kreativität und Erfahrung, sondern auch historische Pflanzpläne, die den Charakter der Königlichen Anlagen prägen.
Sternitzky kennt „ihr“ Gartenreich von Grund auf: 1986 begann sie nach ihrer Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin in Bad Elster ihre Tätigkeit in der Abteilung Gartenbau, die sie 2006 als Bereichsleiterin übernahm. Parallel absolvierte sie ein Meisterstudium in Dresden-Pillnitz, das sie 2007 als Beste in ganz Sachsen beendete. Mit feinem Gespür für Tradition und Wirkung entwickelt sie die Anlagen kontinuierlich weiter.
Seit 2018 unterstützt sie zudem die gartenfachliche Begleitung der „Lichterwelt Bad Elster“: Mit Einbruch der Dämmerung verwandeln kunstvolle Illuminationen die Parklandschaft und historische Bäderarchitektur in eine atmosphärische Kulisse aus Licht, Wasser und Struktur. „Das hebt uns von anderen Parks ab“, sagt sie. Die Begeisterung ist ihr anzumerken, wenn sie durch die blühenden Anlagen geht. „Dann denke ich: In meinem nächsten Leben werde ich Gärtner.“ Ein Aufwand, der sichtbar ist und Bad Elster zu einem besonderen Erlebnis macht.


